Montag, Januar 21, 2008

Niederbayer "erfand" das Pils


Josef Groll aus Vilshofen braute 1842 in Pilsen das erste Pils

Josef Groll (1813 bis 1887) aus dem niederbayrischen Vilshofen war es, der am 5. Oktober 1842 im bömischen Pilsen den ersten Sud jenes Bieres braute, dessen helle Farbe und besondere Hopfennote heute für eine ganze Sorte steht: Pils oder Pilsener. Am 11. November desselben Jahres kam es erstmalig zum Ausschank - und trat seinen Siegeszug um die ganze Welt an, berichtet der Bayrische Brauerbund in einer Pressemitteilung.

In Pilsen wurde bis dahin obergärig gebraut ( so genanntes "Oberhefenbier"). Aber die Biere wollten den Böhmen nicht mehr so recht schmecken. Qualität und Haltbarkeit ließen derart zu wünschen übrig, dass der Magistrat der Stadt sogar einmal 36 Fass des ungenießbaren Gebräus ögffentlich ausschütten ließ. Die brauberechtigten Bürger Pilsens entschlossen sich deshalb zunächst, eine neue Brauerei zu errichten, um die tecvhnische Voraussetzung für ein ordentliches untergäriges Bier zu schaffen. Man sprach damals von "bayerischen Bier", weil die untergärige Brauweise hier zuerst Fuß fasste und sich von Bayern aus immer weiter ausbreitete. Dem bayerischem Bier eilte bereits damals ein besonders guter Ruf voraus. Und so engagierte man in Pilsen auch einen bayerischen Braumeister ..... Josef Groll stellte zunächst wunschgemäß die Bierproduktion auf Untergärung "nach bayerischer Art" um.

Ihm schwebte allerdings etwas völig Neues vor. So verwendete er statt das damals gebräuchlichen dunklen Malzes ein sehr helles und gab dem Bier eine ungewöhnlich reichliche Gabe feinster Saazer Aromahopfens bei. Ein völlig neues Geschmackserlebnis war geboren - und fand rasch Liebhaber weit über den Pilsener Raum hinaus.